Bianca

Hallo Frau Häusler

Bianca geht es immer noch sehr gut. Ich bin richtig stolz, wie schön sie wieder geworden ist. Sie hat Aladin nur ganz kurz an allen seinen Liegeplätzen gesucht. Sie haben zwar wunderbar miteinander gelebt, aber gekuschelt haben sie nie. Bianca hat wohl früher als Einzelhund gelebt, sie wollte das nicht. Sie sammelt übrigens immer noch Aepfel. Was macht auch das arme Tier, wenn demnächst alle Aepfel runtergefallen sind? Nächstes Jahr setzte ich mich gleich anfangs Herbst in den Liegestuhl und warte, bis sie alle gebracht hat!

Ja, Bianca ist wirklich eine ganz Süsse und noch sehr verspielt. Das Spielzeug heisst "Schatz", weil sie es so heiss liebt. Sie bringt es zum Werfen oder lässt sich kraulen oder schläft im Körbchen immer mit ihrem Schatz fest im Mäulchen, wirklich witzig.

Liebe Grüsse

Ingrid Berger

Hallo

Ich bin die kleine Bianca und ich möchte euch endlich einmal erzählen, wie es mir so geht.

Also ganz ehrlich, ich glaube fast, ich habe in all meinem Pech noch mal Glück gehabt. Glück war natürlich, dass ich trotz meiner zehn Jahre noch aus dem Refugio raus kam und einen Pflegeplatz in der Schweiz gefunden habe. Doch ich musste sooo lange warten und dabei habe ich mir sooo sehr nochmals ein eigenes Zuhause gewünscht. Als dann endlich mein jetziges Frauchen vorbei kam, habe ich alles gegeben um mich beliebt zu machen: Bäuchlein hin halten, an die Beine drücken, winseln, schmelzender Knopfaugenblick – und es hat gewirkt, sie hat mich genommen! „Zu Hause“ bin ich gleich ins Haus gelaufen und hab getan, als hätte ich schon immer hier gewohnt. Mit dem alten Aladin hab ich mich gleich gut verstanden, er ist froh, dass er wieder eine Freundin hat. Er spielt zwar nicht mehr mit mir, weil er fast nichts mehr sieht und hört, dafür lass ich ihn halt auch nicht in meinem Körbchen schlafen, das hat er halt davon. Wir streiten aber nie, nicht einmal ums Futter.

Ich lebe hier übrigens auf dem Lande zusammen mit Schafen (die sehen fast aus wie ich, einfach viel grösser), Hühnern, Schildkröten und einer hundenärrischen Katze (ächz). Da musste ich anfänglich natürlich bellen, jetzt verteidige ich aber meine neue Familie - und wie eine Grosse sagen sie (Fremdling pass auf!).

Hier gibt es auch immer viel Arbeit für mich. Zuerst musste ich die Erdbeeren, die mein Frauchen übersehen hat, pflücken, dann die Kirschen auflesen (alles in mein Bäuchlein, hm), dann die Zwetschgen (da musste ich schon die meisten abliefern, weil ich Frauchen wegen der Kirschen zwei schlaflose Nächte beschert hatte), an die Himbeeren komme ich nicht ran, da muss ich leider immer betteln. Jetzt sind die Aepfel dran, die trage ich alle zu Frauchen und Herrchen oder schenke sie Aladin. Frauchen will mir nun zeigen, wie man sie in den Korb legt, dann muss sie sich nicht so oft bücken. Oh, die ersten Quitten fallen auch schon runter. Das wird aber noch schwieriger beim Tragen als mit den grossen Aepfeln. Aber zwei habe ich schon geschafft!

Jetzt warte ich nur noch auf den ersten Schnee (das soll ja toll sein!), mein Fell ist ja inzwischen richtig schön dicht und lang geworden, da friere ich bestimmt nicht.

So jetzt muss ich Schluss machen, sonst hat Frauchen zu viel Ruhe und denkt zuletzt noch, ich will nicht mehr mit ihr spielen. Ich gehe schnell meinen Stoffball holen...

Tschüss und viele Grüsse von eurer „alten“ Bianca


Die Apfelsammlerin :-)

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